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Plan Projekt Guinea - Mädchen vor Beschneidung schützen

Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, dann richten Sie bitte Ihre Spende an:
Plan
AG Bremen, S. Kuznik, IBAN DE1029152300140 106 3076,  Kreissparkasse Osterholz
Verwendungszweck: Guinea
Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre genaue Anschrift an, damit Plan Ihnen eine Zuwendungsbescheinigung ausstellen kann. 

aktueller Spendenstand per Juni 2016:  3.300,-  Euro
 

 


 

Was uns erwartet
In Guinea wird die weibliche Genitalverstümmelung landesweit praktiziert.
Laut offizieller nationaler Erhebungen (Demographic Health Survey 2005) sind 96 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15und 49 Jahren beschnitten. Damit gehört Guinea zu den Ländern mit der höchsten Prävalenz von weiblicher Beschneidung weltweit. Die nationale Gesetzgebung, welche die Genitalverstümmelung verbietet,wird bisher nicht umgesetzt.

In vielen Gemeinden wird immer noch für die weibliche Genitalverstümmelung argumentiert, denn sie stellt nach gesellschaftlicher Auffassung einen wichtigen Teil der weiblichen Initiationsriten dar. Als Gründe für die Beibehaltung der Beschneidung werden vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz aber auch die Religion angeführt. So sichere die Beschneidung beispielsweise die Jungfräulichkeit und bessere Heiratschancen für die Mädchen. Viele Menschen glauben auch, dass sie ein wichtiger Bestandteil der Religion sei und sie zum Beispiel im Koran oder der Bibel empfohlen werde.
Unbeschnittenen Mädchen und ihren Familien wird daher große gesellschaftliche Ächtung zuteil. Nicht selten werden sie vom öffentlichen Leben vollständig ausgegrenzt. Über die schweren körperlichen und seelischen Folgen der Genitalverstümmelung wissen die meisten Menschen nur wenig. Das Alter,in dem der Eingriff vorgenommen wird, reicht von wenigen Monaten bis zu 15 Jahren. Als unmittelbare Folgen können Blutverlust, Kollaps,und schwere Infektionen auftreten,
die bis zum Tod führen können.

Der Eingriff wird in der Regel von traditionellen Beschneiderinnen mit einer Rasierklinge oder einem Skalpell unter unsterilen Bedingungen und ohne Betäubung durchgeführt.
Die Beschneiderinnen sind zumeist ältere Frauen oder Hebammen. Sie verdienen nicht nur ihren Lebensunterhalt mit der Ausübung dieses Gewerbes, sie genießen auch ein hohes soziales Ansehen in ihrem Umfeld. Zwar werden Beschneidungen inzwischen auch von medizinischem Fachpersonal vorgenommen, die gesundheitlichen Schäden bleiben jedoch irreversibel und stellen eine schwere Menschenrechtsverletzung an Frauen und Mädchen dar.



Während des Initiationsritus werden die Gesichter der jungen Mädchen bemalt


Was wir bisher dafür getan haben Im Berichtszeitraum organisierte Plan in den Projektgemeinden 149 Gesprächsgruppen, in denen über die schweren körperlichen und seelischen Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung informiert und diskutiert wurde. Mehr als 3.000 Personen, darunter 1.700 Frauen und 360 Mädchen nahmen an Informationsveranstaltungen, Austausch und Netzwerktreffen teil. Im Radio wurden weiterhin Beiträge zur Aufklärung über die weibliche Genitalverstümmelung gesendet, an deren Erstellung zivilgesellschaftliche Organisationen, aber auch Polizei und Justiz mitwirkten. In Guéckédou haben Richter inzwischen begonnen, einzelne Fälle von weiblicher Genitalverstümmelung juristisch zu verfolgen. In den
lokalen Kliniken warnt das medizinische Personal öffentlich vor den schweren gesundheitlichen Folgen der weiblichen Beschneidung

Was wir erreichen wollen Plan hat in Guinea bereits von 2007 bis 2009 ein Projekt zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung umgesetzt, das sehr erfolgreich war und in dessen Folge elf Gemeinden die grausame Praxis abgeschafft haben. Auf diesen Erfahrungen wird Plan aufbauen. So sollen auch in diesem Projekt Aufklärungsarbeit, Dialogveranstaltungen und alternative Initiationsriten dazu beitragen, dass mehr Mädchen vor der Verstümmelung geschützt werden und dass sich mehr Gemeinden bereit erklären, mit diesem gewaltvollen Ritus zu brechen.

Um weitreichende Bewusstseins- und Verhaltensänderungen zu bewirken, die zu einer Aufgabe der weiblichen Beschneidung führen, setzt Plan in 50 Gemeinden der Programmgebiete Kissidougou und Gueckedou Aufklärungsveranstaltungen um. Diese Maßnahmen erreichen ca. 208.500 Einwohner. 600 Mädchen zwischen fünf und 18 Jahren durchlaufen alternative Initiationsriten, durch die sie in die Gesellschaft der Frauen aufgenommen werden. Auf politischer Ebene setzt sich das Kinderhilfswerk intensiv dafür ein, dass das Verbot der Beschneidung auf allen Ebenen umgesetzt wird.


Was wir dafür tun
Aufklärung in den Gemeinden
Entscheiden sich einzelne Familien in einer Gemeinde dafür, ihre Töchter nicht zu beschneiden, sind sie in ihrem sozialen Umfeld und der Gemeinde starker Stigmatisierung ausgesetzt. Aus diesem Grund zielen Plans Aufklärungsveranstaltungen auf die gesamte Gemeinde und insbesondere auf traditionelle Autoritäten und Meinungsführer. In Schulungen wird über die schweren gesundheitlichen und seelischen Folgen der Beschneidung informiert. 100 Gemeindeoberhäupter, 100 traditionelle Geburtshelferinnen, 100 Lehrerinnen und Lehrer, 50 Mitglieder von Kinder- und Jugendorganisationen, 15 Polizeibeamte, vier Mitarbeiter lokaler Radiosender sowie vier Richter nehmen an diesen Schulungen teil. Es wird dabei mit Gesetzestexten und religiösen Schriften gearbeitet, die verdeutlichen, dass der Ritus der Beschneidung nicht religiös gefordert wird und dass er per Gesetz verboten ist. Ziel der umfassenden Sensibilisierungsmaßnahmen ist es, Verständnis dafür zu schaffen, warum die Genitalverstümmelung abgelehnt wird. Nicht praktizierende Familien sollen zugleich gestärkt und vor gesellschaftlicher Ablehnung bewahrt werden.

Austausch und Dialog fördern Da die Beschneidung ein Tabu beladenes Thema ist, fördert Plan Austauschtreffen,in denen beschnittene und unbeschnittene Mädchen offen über ihre Erfahrungen sprechen können. In geschützter Atmosphäre diskutieren sie dort beispielsweise über die Gründe, warum Mädchen beschnitten oder nicht beschnitten werden. Dabei lernen die Teilnehmerinnen auch, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu unterstützen und anzuerkennen.



Da Beschneidung in Guinea ein Thema ist, über das man nicht offen redet, unterstützt Plan die Durchführung von Austauschtreffen


Alternative Initiationsriten Die Beschneidung von Mädchen ist immer in einen bedeutenden traditionellen Initiationsritus eingebunden. Um weiterhin einen Ritus zu erhalten, der die Mädchen in die Gesellschaft aufnimmt, ohne dass sie dabei verstümmelt werden, finden in den Gemeinden Alternativen zur traditionellen Beschneidungszeremonie statt. 600 unbeschnittene Mädchen durchlaufen in Begleitung von 100 Müttern diesen alternativen Initiationsritus. Die positiven Aktivitäten des Ritus bleibendabei erhalten.
So kommen die Mädchen in Gruppen zusammen und verbringen gemeinsam einige Tage in Abgeschiedenheit. Die Mütterbegleiten sie dabei und geben in dieser Zeit ihr Wissen an die Töchterweiter. Sie klären sie beispielsweise auf über sexuelle Gesundheit, Schwangerschaft, Ehe, Familienplanung und HIV. Gemeinsames Singenund Tanzen begleiten die Zeremonie, die mit einem großen Festmahl, an dem die gesamte Gemeinde teilnimmt, beendet wird.



Durch Plans bisherige Arbeit im Projektgebiet konnte die Beschneidung in elf Gemeinden bereits abgeschafft werden


Plan Guinea Die Republik Guinea liegt an der westafrikanischen Atlantik-Küste und grenzt im Norden an Guinea-Bissau, Senegal und Mali, im Osten an die Elfenbeinküste sowie im Süden an Liberia und Sierra Leone. Guinea gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas: Knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze von weniger als 1,25 USD pro Tag. Aufgrund der Bürgerkriege in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia war vor allem der Süden immer wieder von Kämpfen und Flüchtlingsbewegungen betroffen. Staatspräsident ist seit 2011 Alpha Condé. Plan arbeitet seit 1989 in Guinea in teils städtisch, teils ländlich geprägten Programmgebieten im Süden des Landes. Die Region liegt im tropischen Regenwald und besitzt eine nur schwach entwickelte Infrastruktur. Das Kinderhilfswerk engagiert sich besonders für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung und des Bildungssystems, für Kinderschutz sowie Sanitä rund Hygieneprogramme.

 

Guinea liegt an der Atlantikküste Westafrikas und erstreckt sich über vier klimatische Zonen: Niederguinea entlang der Atlantikküste ist eine fruchtbare Ebene, im Bergland Mittelguineas herrscht gemäßigtes Klima, Oberguinea ist trockenes Savannengebiet und im äußersten Südosten liegt tropischer Regenwald.
Einwohner 11,7 Mio. (Deutschland: 82,7 Mio.)
ø Lebenserwartung 59 Jahre (D: 81 Jahre)
Kindersterblichkeit* 101 von 1.000 (D: 4 von 1.000)
BNE** pro Kopf 460 USD (D: 46.100 USD)
Alphabetisierungsrate*** Frauen 22 %, Männer 38 %
Landesfläche 245.857 qkm, (D: 357.050 qkm)
Hauptstadt Conakry
Landessprachen Französisch, Peul, Malinke, Soussou
Religion Islam (ca. 90%), Christentum, lokale Glaubensrichtungen
* pro 1.000 Lebendgeburten
** Bruttonationaleinkommen
*** bei Jugendl. (15–24 Jahre)
Quellen: UNICEF-Report 2015, UNDP „Bericht über die menschliche Entwicklung 2015“, Auswärtiges Amt

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unser aktueller Spendenstand für das Projekt: 
3.300,00 Euro

DANKESCHÖN im Voraus!

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